2006_SDW_TagesfahrtKellerWald_Edersee

Urwaldsteig Edersee - Wandern in wilder Natur
Zu einer Wochenendwanderung auf dem Urwaldsteig Edersee im Naturpark Kellerwald-Edersee starteten einige Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Ortsverband Kelkheim Anfang September. Treffpunkt war
am Freitagabend die Jugendherberge Waldeck. Von dort fuhren die Teil-nehmer am nächsten Morgen zunächst nach Nieder-Werbe, wo die Autos ge-parkt wurden.
Anschließend starteten die Wanderer zu ihrer Tagestour auf einer der landschaftlich schönsten Routen-Abschnitte des Urwaldsteiges. Zunächst führte der Weg durch Laubmischwald, vorbei am Europahain - einer An-pflanzung verschiedener Baum- und Straucharten -bis zur Halbinsel Scheid. Danach führte der Weg auf dem " Knorreichenstieg " in Richtung Asel. Diese Naturwälder an den Edersee-Steilhängen sind durch urwald- artige, aufgrund ihrer Lage nicht genutzte Bestände aus alten Buchen, Eichen oder Linden gekennzeichnet und auf extremen Standorten durch knorrige, bizarre Wuchsformen geprägt. Zu den außergewöhnlichsten Wälderndieser Art gehören die Traubeneichen - Urwaldrelikte an der " Kahlen Hardt " bei Basdorf. Die extrem steile Hanglage läßt darauf schließen, dass die Eichenbestände nie genutzt wurden. Ihr geschätztes Alter (Durchschnitts-) wird mit 500 bis 1000 Jahren angegeben. Auf dem schmalen Wanderweg aufgrund der steilen Hanglage und durch Schutthalden geht es streckenweise nur im " Gänsemarsch " vorwärts. Zwischendurch blitzt immer wieder der Edersee durch die gekrümmten Baumwipfel. Uraltes, totes Holz ist das Markenzeichen der Urwaldrelikte und der Reichtum an Totholzstrukturen ist ungewöhnlich. Nach einer letzten Rastam " Aselstein " mit einem herrlichen Blick auf den Edersee und den Nationalpark Kellerwald führte das letzte Teilstück zur Jugendherberge Hohe Fahrt, unserem Tagesziel nach etwa 23 Kilometern durch urige Wälder und mit vielen, schönen Blicken auf den Edersee.
Die zweite, viel kürzere Strecke der Wochenendwanderung führte am nächsten Vormittag auf der Urwaldsteig-Route nach Herzhausen. Zunächst verlief der Weg entlang der Edersee-Hänge, vorbei an der Ruine Ehren-
burg, die innerhalb eines in frühgeschichtlicher Zeit angelegten Wallgrabens liegt und von der nur noch Mauerreste eines Wehrturmes erkennbar sind, später dann entlang der Uferpromenade mit Blick auf die Verlandungszonen mit ihrer vielfältigen Flora. Gegen Mittag er-reichten die Wanderer Herzhausen, das Endziel der Wochenendwanderung.
Ein Bus-Taxi brachte die Gruppe zurück zu ihren Autos nach Nieder-Werbe und nach einer kurzen Kaffee-Pause wurde die Heimfahrt ange-treten.

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