2005_SDW_Tagesfahrt_Soonwald

Tagesfahrt der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Zu einer Tagesfahrt in den Soonwald starteten 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Ortsverband Kelkheim am 05.Juni 2005.
Erstes Ziel war das Denkmal des " Jäger aus Kurpfalz " in der Nähe des Forstamtsgebäudes Entenpfuhl. Danach übernahm Frau Barth, die stellvertretende Forstamtsleiterin des Forstamtes Soonwald die Führung der Gruppe. Sie stellte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zunächst das im Rahmen der Forstverwaltungsreform 2004 aus den ehemaligen Forstamtsbezirken Neupfalz und Entenpfuhl entstandene Forstamt Soonwald und seine Aufgaben vor.16000 ha Wald, davon 10000 ha Staatswald werden von dem Forstamt betreut.
Anschließend ging es auf einen zweistündigen Waldspaziergang mit zwei Schwerpunkten. Zu Beginn führte die stellvertretende Forstamts-leiterin die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den kurz vorher eröffneten " Entenpfuhler Gedichtepfad ".Entlang des Pfades sind auf Informationstafeln entweder der jeweilige Baum des Jahres von 1989 bis 2005 mit seinen Erkennungsmerkmalen oder aber Gedichte zum Wald,u.a. von Theodor Fontane, Hermann Hesse und Johann Wolfgang von Goethe aufgeführt.
Während des weiteren Spazierganges informierte Frau Barth die Teil-nehmerinnen und Teilnehmer, dass im 16. und 17. Jahrhundert aufgrund des hohen Holzbedarfes der Erz- und Glashütten der Soonwald eine Fichtenmonokultur gewesen ist. Heute ist nur noch ein Drittel des Soonwaldes Fichtenbestand; die dominierende Baumart ist die Buche. Nach den Sturmschäden 1984 und Anfang 1990 wurden verstärkt Eichen angepflanzt.
Durch die vergrößerte Nahrungsfläche nach den Sturmschäden hat sich das Rotwild stark vermehrt und die Schälschäden haben trotz der Verdoppelung des Abschusses in den vergangenen 10 - 15 Jahren zu-genommen. Auch die Naturverjüngung ist durch den hohen Wildbesatz nur schwach ausgebildet.
Im Soonwald gibt es heute ein großes Wildkatzenvorkommen; ursprünglich war nur eine kleine Population vorhanden. Durch die Windwürfe und den hohen Totholzanteil haben sich die Bedingungen für die Wildkatze positiv verändert und zur Vergrößerung der Population beigetragen.
Zweiter Schwerpunkt des Waldspazierganges war das " Naturwaldreservat Lützelrecht ".In diesem Reservat findet keine Bewirtschaftung mehr statt. Dominierende Baumart ist wiederum die Buche; daneben gibt es etwas Eiche und auch Fichte. Der Untergrund in dem Reservat ist Taunusquarzit, was bedeutet, daß es in 40 - 50 cm tiefe Stauwas-serschichten gibt, durch die weder die Fichte noch die Buche hindurch-wachsen können. Leittier im Reservat ist die Wildkatze.
Am Ende erklärte Frau Barth den Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch die beiden Zertifizierungssysteme
PSC = Forest Stewardship Council
PEFC Pan-European Forest Certification
die in der Forstwirtschaft eine zunehmende Rolle spielen. Beide Systeme haben eine nachhaltige Bewirtschaftung als Ziel und beide verzichten auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
Höhepunkt des Nachmittags war der Besuch des " Barfußpfades " in Bad Sobernheim. Auf einem 3500 m langen Pfad konnten die Teilnehmer-innen und Teilnehmer barfuß durch Lehmtretbecken und über Gras, Sand, Kies, Steine, Rindenmulch und Kork laufen und die Verschiedenen Untergründe fühlen. Außerdem mussten verschiedene Gleichgewichts-und Geschicklichkeitsübungen absolviert werden. Am Ende des Barfuß-pfades musste die Nahe über die längste Fußgängerhängebrücke über-quert werden. Die Aktion hat allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Spaß gemacht. Den Abschluss des Tagesausfluges bildete ein Bummel durch den Stadt-kern von Bad Sobernheim.
Dr. Kurt Rüffer

Teilnehmer Soonwald

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