„Wald ist mehr als ein Holzacker”

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat ihren Vorsitzenden Willi Dorn wiedergewählt. Willi

Kelkheim. Naturfreund und Vereinsmensch auf Willi Dorn trifft beides zu. Wie gut, dass der Ortsverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) einen solchen Mann an ihrer Spitze hat. Und das nun schon im 21. Jahr, wie der aktive Vorsitzende erklärt. Bei der Jahresmitgliederversammlung wurde der 64-Jährige erneut zum SDW-Chef ge­wählt. Ihm steht mit Harald Ebert ein neuer Zweiter Vorsitzender zur Seite, der aber im Ortsverband ein alter Hase ist und sich auch um den neuen Internetauftritt kümmert. Kassenverwalter Helmut Krause und Kurt Rüffer (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) wurden in ihren Ämtern bestätigt.

„Ich habe gesagt, irgendwann müssen es andere machen", berichtet Dorn. Er würde sein Amt schon in absehbarer Zeit mal in jüngere Hände geben. ,Wir arbeiten darauf hin", sagt der Ruheständler, lässt aber durchblicken, dass ihm der Job noch eine Menge Spaß macht. Kein Wunder: Helfende Hände hat die SDW eine Menge. Von den rund 60 Mitgliedern packt etwa die Hälfte aktiv mit an. Dennoch würde sich Dorn über weitere Unterstützung freuen. Doch die Naturschutzarbeit sei schon etwas anderes als eine Mitgliedschaft im Sportverein. Leute, die zupacken, seien gefragt. Bei vielen Sportlern stünde oft ein Eigeninteresse im Vordergrund. Doch auch in der Naturarbeit könne jeder „für sich selbst viel entdecken".

Das gilt besonders für die 70 Kinder und Jugendlichen, die in der Deutschen Waldjugend organisiert sind. Horstleiter ist Alexander Ebert, Sohn von SDW-Vize Harald Ebert. Wenn die Waldjugend am 13. September wieder zu den Ferienwaldspielen bittet, hilft die SDW-Gruppe tatkräftig mit. Zudem hat die Waldjugend eine Streuobstwiese von der Stadt gepachtet. Umgekehrt ist der Nachwuchs bei Aktionen der Großen dabei sei es die ,Pflege des Waldlehrpfades „Gundelhardt" oder des Grüns am Waldrand rund um das eigene Domizil an der Gundelhardtstraße. Aktuell erneuert die SDW-Gruppe noch das Eingangstor zum Lehrpfad und hat eine Wanderung im Vogelsberg geplant.

Viel Engagement erfordern auch die Waldtage für Kindergärten und Grundschulen. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Wir haben viele Anfragen und würden noch mehr machen", weiß Willi Dorn. Doch aus personellen Gründen könnten die SDW-Mitglieder nicht jede Woche mehrmals mit den Kindern durch den Wald streifen. Deshalb sei Verstärkung will­kommen, um den Mädchen und Jungen die wichtigen Naturerlebnisse zu bieten. Dorn nennt es das „spielerische Ent­decken des Waldes". „Frische Luft ist immer garantiert", wirbt der Vorsitzende um Unterstützung. Und zudem hat das Wort der SDW inKelkheim Gewicht. Der Verein sitzt in der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz der Stadt,
die schon manche Weiche lange vor einem möglichen Disput stellt. Dorn sieht Umweltpolitisch „keine strittigen Themen mehr", die Arbeitsgruppe mit Naturverbänden, Vertretern der Stadt, dem Umweltdezernenten, dem Förster und den Jagdgenossen habe oft „vieles auf dem kleinen Dienstweg schon aus dem Weg geräumt". Der ehemalige Industriekaufmann und Informatiker im Industriepark Höchst sieht so etwas durchaus als Vorbild für andere Kommunen, in denen über Naturschutz öffentlich häufig gestritten wird. Die Arbeitsgemeinschaft erstellt gerade ein Leitbild, um sich noch etwas bekannter zu machen. Transparenz ist ihm wichtig. Dorn: ,Wir müssen die Wohlfahrtwirkung des Waldes verkaufen. Denn das ist mehr als ein Holzacker."

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